Werkbeschreibung

Mit dem wagemutigen Projekt "Don Quijote" traut sich Johannes Reichert eine unbekannte  Verbindung einzugehen: Alte Musik, genauer gesagt Vokalmusik von Henry Purcell und ein Countertenor treffen auf  zeitgenössische, improvisierende Musiker.

Gemäß der im Barock gängigen Praxis des Pasticcio werden aus seiner Theatermusik Kompositionen entnommen und zu einem neuen eigenständigen Werk zusammengestellt.

Das szenische Werk, welches nicht mit Purcell's "The comical history of Don Quixote" zu verwechseln ist,(wenngleich auch ein Stück dieser Oper gespielt wird), entstand als Auftragswerk im Rahmen der Kunstaustellung "Museutopia-Schritte in andere Welten" des Karl Ernst Osthaus-Museums in Hagen/Deutschland. Utopisch scheint der ursprüngliche Gedanke zu sein, diese Musikstile miteinander kombinieren zu wollen. Doch bestätigt das Resultat, wie richtig es hier war, dem Instinkt zu folgen. Dank des behutsamen Umgangs mit dem Material entsand eine völlig "normal" wirkende Musik. Purcell's Lieder streuben sich keineswegs dem modernen, jazzigen Sound. Im Gegenteil: Die Melodielinien, von Reichert weich und strahlend vorgetragen, liegen satt und natürlich in einem neuen glänzenden Gewand. Der oboenartige helle Ton des Sopransaxophons schafft durch sein ergänzendes und freies Spiel eine wohltuende Spannung und auch Verbindung zu den "Neuen Tönen".

Dieser Produktion könnte es nicht nur gelingen, Alte Musik-Liebhaber für "Jazz" und Jazz-Liebhaber für Alte Musik zu begeistern, sondern vielleicht auch Henry Purcell's wunderbare Musik einem größeren Publikum näherbringen.

„.......welch Vergnügen mir der Brief bereitet hat, den mir mein guter Sancho überreicht. So ist es denn wahr. Wie ich vernehme, sollen Eure Lieder nun abermals von einer jener Stimmen, für welche Ihr es immer verstanden habt, so fürtrefflich zu komponieren, dargebracht werden. Und dies in Begleitung rätselhafter Instrumente kommender Zeiten auf gar verzauberte Art. Ihr habt sicher nicht jene Eure Historie vergessen, wo seinerzeit meine ruhmvollen Taten auf  merkwürdige Weise ans Licht getreten. Gepriesen jenes Lied, über dem Ihr damals Euer junges Leben ließet. Ebenselbiges soll also zusammen mit anderen aus Euren erhabenen Werken, zu einer neuen Geschichte verfasst, erklingen..........Mit Gottes Hilfe denn! Der Aufbruch geschehe sonach auf der Stelle, denn wo große Herren aufeinandertreffen, werden fürderhin ihre Namen im Tempel der Unsterblichkeit eingeschrieben sein: Don Quijote von der Mancha, dem es als fahrendem Ritter so zu eigen ist, verliebt zu sein, wie dem Himmel, Sterne zu haben und der Orpheus Britannicus, dessen Gesänge es vermögen, der Liebe Nahrung und der Kümmerniss Linderung zu bereiten.

Der Eurige bis in den Tod,

Der Ritter von der traurigen Gestalt“