Werkbeschreibung

Obwohl Henry Purcell schon im Alter von sechsunddreißig Jahren starb, hinterließ er ein ungemein umfangreiches Werk, das vor allem aus Vokalmusik besteht und zu den bedeutendsten seiner Zeit zählt.

Die Lieder aus "Magic Night" stammen überwiegend aus seinen Bühnenmusiken. Songs mit Continuo-Begleitung sowie bearbeitete Orchesterpartien werden miteinander verknüpft. Den roten Faden bildet "Die Nacht", gleichnamiger Song aus Henry Purcells "The Fairy Queen". Flankiert wird Purcell, zu Lebzeiten schon liebevoll als "orpheus britannicus" gefeiert, von zwei weiteren großen Engländern: Matthew Locke und Purcells Bewunderer Georg Friedrich Händel.

See, even night herself is here
Die Nacht ist zwar kein typisch englisches Phänomen, Henry Purcell dagegen sehr wohl, und auch seine Art, diese Nacht zu Musik zu machen. Seine Songs beschwören die "merry melancholy", diese typisch britische Verbindung von schwermütigem Seufzen und gleichzeitiger pikanter Lust.
Feenhafte Sphären entstehen, von verspielt-verliebter Sentimentalität über kraftstrotzende Lebensfreude bis hin zu schlaflos-nervösem Wahnsinn. Diese so unterschiedlichen und gleichwohl geschlossenen Wesensarten von Purcells Liedern fordern nachgerade dazu heraus, selbst eine solche melancholisch-musikalisch-liebessentimentale Nacht zu erleben. Eine Nacht mit Seufzern und Liebesgeflüster, mit unergründlichen Geheimnissen und doch voller Frieden – in jedem Fall eine schlaflose Nacht, die in der lauen Abenddämmerung beginnt und erst mit dem noch blassen Licht der Morgendämmerung endet. So wie Figuren und Gestalten bei solchem Licht verschwimmen, so fließen auch die Konturen der Lieder ineinander, Übergänge werden schemenhaft. Unsere Sicht ist getrübt, dafür aber nehmen die übrigen Sinne umso schärfer die friedliche Magie der Nacht wahr
Let nothing stay to give offence. A.N.