Werkbeschreibung

Am Anfang waren da zwei Musiker aus Deutschland, die zusammen Urlaub in Thailand machen wollten. Am Ende ging alles 'LEP-LAI-LAI': left – right - right, – so ein buddhistischer Mönch, den wir nach dem Weg zur Bus-Station fragten. Zwei Musiker und Freunde, ERNST SCHULTZ und HOLGER STAMM, die sich auf dieser CD als A. ROY DEE & LEO 'POP' GUN selbst präsentieren – ein weiteres Wortspiel in Thai. Der Klang der Namenheißt wörtlich übersetzt: '...schmeckt gut – also, dann bis später...'

Ernst Schultz über die Produktion:

"Natürlich machten wir im Urlaub auch Musik – aber nur gelegentlich und völlig absichtslos – mit einer akustischen Gitarre, Mundharmonika, Bambusflöte, Thai-Maultrommel und 'Hand-auf-Sand-Percussion'. Doch schon nach unserer Ankunft in Bangkok hatten wir angefangen, Straßengeräusche, Stimmen, Marktatmosphäre, Radiosendungen etc. aufzunehmen. Später – down south Andaman Sea – nachdem wir uns Motorräder gemietet hatten, entstanden dann bei Live-Sessions am Strand, im Urwald, in Kokosplantagen, im Haus am Meer Instrumentalstücke – alle 'one-take-shots' – gelegentlich mit Natursounds im Hintergrund, welche die Basis für diese Produktion werden sollten. Das Aufnahmegerät war ein SONY MZ – RZ30 MDRecorder mit einem SONY ECM 909A Stereo-Mikrofon. Von einem zweiten MD-Recorder, der als Wiedergabegerät mit zwei kleinen Boxen funktionierte, spielten wir bei einigen Stücken einen von acht Celli gestrichenenen, vorproduzierten Basiston als Drone und improvisierten dazu. Zuhause, im Heimstudio (THE LIVING ROOM)– filterten wir die besten Momente aus allen Sessions heraus ('reine musikalische Poesie!'), überspielten sie auf zwei synchronisierte ROLAND VS 880 Harddisc-Recorder und begannen Teile der Live-Sessions auf 16 Spuren musikalisch zu bearbeiten, zu überlagern, zu arrangieren – mit mehrstimmigen Gitarrensätzen, Soli, gesungenen und gesprochenen Texten, mit zusätzlicher Percussion, Soundcollagen, etc. Etwa 2/3 der CD entstand so auf diese Weise, der Rest als reine Studio-Produktion, nach Ideen in Thailand, oder als Original-Tondokument, wie z. B. der singende Gefängnisdirektor von Takua Pa (The Prison Director's Cut), die Eismann-Melodie, das 'Interview' mit einem Beo, oder die Radio FMX - Nummer, bei der wir einen Bangkok DeeJay ziemlich rockig verfremdet haben. LEP-LAI-LAI hat verstörende, unruhige, aber auch harmonisch meditative Momente, hat intuitive Melodien, eigenwillige Arrangements und viele Kleinigkeiten, die man manchmal erst nach mehrmaligem Hören bemerkt. LEP-LAI-LAI ist eine Mischung aus Musique Concrete, Rock, Blues, Jazz, Ethno – aus eigenen Texten, Radiosounds und Naturgeräuschen. (E.S.: "...man könnte es 'psychedelisch' nennen"). Jede dieser musikalischen Momentaufnahmen hat ihre eigene, kleine Geschichte, und zusammen mit dem Reisetagebuch entstand am Ende ein musikalischer Trip – nicht mit Thai-Musik – jedoch inspiriert, beeinflusst und eingefärbt von den Eindrücken dieses wundervollen Landes mit seinen freundlichen Menschen.

Man sollte sich, wenn möglich, einfach eine gute Stunde Zeit nehmen, um diesen Hörfilm 'am Stück' zu genießen. Wir wünschen Ihnen viel Spaß dabei – und auch Seiner Majestät, König Bhumibol Adulyade von Thailand, dem wir unser kleines Werk mit respektvollen Grüßen gewidmet haben".

E.S. 2003