Presse

Larry Porters Klaviersprache ist gekennzeichnet von der stolpernden Genialität Thelonious Monks, dem schwelgendem Adagio Brad Mehldaus und der herzerweiternden Frische Tommy Flannagans. Der aus Cleveland, Ohio stammende und heute in Berlin lebende Pianist gehört zu den Instrumentalisten, die sich als eine Art Vermittler zwischen fundamentaler Tradition und herausfordernder Moderne musikalisch sehr selbstbewusst eingerichtet haben. « The Circle is Unbroken », eingespielt mit den Berlinern Johannes Fink (Bass) und Oliver Steidle (Schlagzeug), lebt, wie vieles in Porters Vergangenheit, in einem spirituellen Kontinuum. Die Musik befindet sich in einer ständig sich ändernden Bewegung. Spontanität und kompositorische Disziplin halten sich die Waage. Jeder Song ist eine in sich geschlossene, fließend vorgetragende Geschichte, die von fernöstlichen Ländern und pulsierenden Stimmungen erzählt. Unglaublich gelassen vorgertragen, aber in ihrer Wirkung sehr eindringlich.
Jörg Konrad, Jazzzeitung 07/04

…So einfallsreich die Songs erdacht sind, so sensibel und reichhaltig erweist sich auch das Zusammenspiel des Trios. Die drei Musiker erschaffen durch ihre feinfühlige Interaktion eine intime innige Atmosphäre von großer Schönheit…
…Mit ‚the circle is unbroken‘ präsentiert das Trio dem Hörer ein ruhiges, introvertiertes Album, das mit experimentellen, aber ebenso zahllosen oft unauffälligen Feinheiten aufwarten kann, die erst ins Gehör kommen, wenn sich der Hörer voll darauf einlässt. Für Liebhaber ist die CD ein Muss, aber auch für andere zumindest eine Empfehlung wert!
Marom, 27.8.2004, www.klassik.com

Der kreative Gedankenstrom des amerikanischen Pianisten Larry Porter fließt immer noch schnurgerade in Richtung Thelonious Monk. Freilich weniger zur Vergangenheit hin als in eine imaginäre Zukunft. So wie er hätte Monk wohl auch die Klaviatur bearbeitet, wenn der das 21. Jahrhundert noch häte erleben dürfen: sperrige, verschleppte Bluesformen, synkopiert, dissonant, dabei wie immer ungeheuer swingend. Doch bei Monks legitimen Erben wirkt das krude, schrullige Konstrukt aus schlurfenden Noten und unregelmäßigen Tempi heute noch ein bisschen moderner, noch ein wenig frischer als früher. Porter verfügt über jene selten anzutreffende Verbindung von Ideenreichtum, Leidenschaft und Fantasie mit Technik und einem Instinkt für Struktur, die erst einen großen Improvisator ausmachen. Sein Stil umfasst ebenso romantische Sensibilität, die freilich nie ins Sentiment abgleitet, wie einen geschärften Sinn für die Realität. Das Ergründen der geheimen Empfindungen, der Leidenschaften, Sorgen und Schmerzen scheint seine und die seiner beiden Begleiter Sache zu sein. Diese Musik hat ihre ganz eigene Integrität, die mehr ist als die bloße Summe ihrer Teile.
Tom Fuchs/Piano News/Sept-Okt 2004

Larry Porters Biographie ist randvoll mit kontinentalen Ortswechseln, menschlich intensiven Begegnungen und als Folge dessen musikalisch außergewöhnlichen Statements. Er ist ein ständig Suchender, der keine Mühe scheut und dem kein Weg zu weit erscheint, um an neue instrumentale Ufer zu gelangen - ohne das Vergangene zu negieren. Geboren in Cleveland, Ohio, studierte Porter in Afghanistan und Indien, musizierte unter anderem mit Mel Lewis, Airto Moreira, Chet Baker, Archie Shepp und Allan Praskin, lebte in Spanien und Frankreich, nahm noch vor dem Mauerfall in Prag mit der staatlichen Big Band eine LP auf und wohnt heute, 53-jährig, in Berlin. Hier hat er auch die beiden Mitstreiter für sein derzeitiges Trio-Projekt gefunden: Johannes Fink am Bass und Schlagzeuger Oliver Steidle.
Auf "The Circle Is Unbroken" zeigt das Trio auf der Basis kreativer Integration eine raumfüllende Präsenz. Die Formensprache dieser Besetzung ist heutzutage bei weitem nicht ausgeschöpft - solange es noch kooperationsfähige Individualisten wie Porter, Fink und Steidle gibt. Niemand ist hier des anderen Sklave, jeder arbeitet konsequent an den Nahtstellen, die diese Musik so wunderbar zusammenhält. Und ihren solistischen Herausforderungen begegnen sie durchweg im Sinne einer positiven Gruppendynamik. Die von Porter vorgegebenen Ideen sind zum Teil unter dem Einfluss der klassischen Musik Nordindiens entstanden. Aber es gibt auch monksche Themen ("Criss Cross"), die von den Musikern als Gruppe aufgenommen und bearbeitet werden. Es ist häufig ein stilles Herantasten an den musikalischen Kern, ein kontinuierliches Abwägen, das ungewöhnliche Stimmungen entstehen lässt. Trotz aller Intensität und Virtuosität, die in der Musik stecken, besticht die Gelassenheit der Aufnahmen und die Eleganz der flüssigen Interpretationen. Vom ersten bis zum letzten Ton.
Jörg Konrad/Jazzpodium/Oktober 2004

Far more “traditionally Jazz” in scope is American pianist Larry Porter’s piano trio disc, The Circle Is Unbroken. Porter is an expatriate who has based his career in Berlin. He’s released a number of recordings on various small European labels, frequently in the company of other American expatriates such as trombonist Marty Cook and saxophonist Allen Praskin. Porter is a pianist with a mainstream-modern style. An energetic player with a strong rhythmic drive and an adventurous harmonic sense, he and his trio work their way through six originals, Monk’s “Criss Cross” and an unusual version of Stephen Foster’s “Oh! Susannah.” The originals are a varied lot. The opening title track springs out of the gate at full gallop with an energetic, melodic theme that has some tricky start/stop passages. “Up And Up” is based on a South Indian raga. Apparently Porter has studied Eastern music in depth so this piece isn’t merely a tune with some “Indian” dressing. It starts with a theme, played in octave in an uptempo mode and has a repeated motif that gradually becomes misshapen before completely dissembling into abstracted trio interplay. It’s a nice performance with excellent arco from bassist Fink that blends into Porter’s upper register piano work. Monk’s “Criss Cross” is played by a man who obviously knows his Monk but his exploration of the material is not particularly Monk-ian. His harmonic tendency is toward fuller chords yet he sticks closely to Monk’s angular schematic. The album concludes with an attractive version of Stephen Foster’s “Oh! Susannah” that seems a fitting end to a satisfying album of piano trio music.
Robert Iannapollo
Cadence / september 2005