Presse

Eingespielt
Die Gebrüder Florian und Michael Arbenz sind als Duo so eingespielt, wie
man es selten antrifft. Was nicht verwundert, die beiden sind
Zwillingsbrüder. Die Karrieren des Pianisten Michael und des
Schlagzeugers Florian Arbenz verliefen weitgehend parallel, und zwar
auf verschiedenen Dampfern. Sie sind ebenso als klassische Musiker wie
als Jazzer unterwegs, und auf beiden Seiten arbeiten sie mit
renommierten Leuten: Heinz Holliger und Werner Bärtschi auf der
klassischen, Greg Osby und Glenn Ferris auf der jazzigen Seite sind
Referenz genug. Nun legen sie ein Trio-Album vor mit dem jungen
Bassisten Thomas Lähns. Und da fliessen alle Erfahrungen ein,
komplizierte Abläufe und Metren, aber ebenso Groove - und das alles
hochpräzise, viruos und trotzdem entspannt, wie wenns nichts wäre. Mit
ihrer CD spielen sich die drei an die Spitze des Genres.
Beat Blaser
www.aargauerzeitung.ch

Cadence, april 2007, David Kane
The music seems quiet well developed already and although I wasn’t familiar with these guys before, i must say i was quite impressed with that release. Their stated aim is to expand the concept of the traditional trio and, for the most part, they succeed brilliantly. Their music is complex, virtuosic and convincing. Although there is a strong European intellectual aspect to their music (not a bad thing in my book) it’s balanced by humor, such as on the demanded „New O-Rootie“ wich is a radical an amusing deconstruction of Monks piece. Thea are also capable of melancholy lyricism such as on the dark ballad, „Shapes“ and the beautiful and moody „Shadow“. Michael Arbenz is a very strong pianist and his technical mastery is matched by his prodigious harmonic imagination. Florian Arbenz is an equally impressive drummer and he also contributes some fine tunes to the session. Lähns is right at home with these guys and is both a fine soloist and accomponist. Indeed, the trio sounds like thay have played together for years and they slash and burn they way through these tunes, some of wich, such as „Surd“, are daunting in no small mesure. The album concludes with an odd piece, „In Between“, wich has Michael simultaneously playing the inside and outside piano and achieving a mood of wry sentimentality. I thoroughly enjoyed this CD and i picture myself pulling it out when my jazz piano friends come over, saying „Check this out!“ Highly recommended.

Tom Fuchs/PianoNews 03/2007
Der Klang auf diesem Album ist so präsent, dass man sich die Band auf eine Bühne und sich selbst davor wünscht. „Vein“ entwickelt eine enorme Intensität und besitzt dabei ein Volumen, das einer grossen Studioproduktion würdig ist. Das gleichnamige Schweizer Trio um Pianist Michael Arbenz, mit Drummer Florian Arbenz und Thomas Lähns am Bass agiert unglaublich dicht – mitunter glaubt man eine grössere Besetzung hören zu können. Die Kompositionen der Arbenz-Brüder sind durchweg komplex inszeniert, „New O-Rootie“ etwa, mit seinem mal hastigen, mal bedächtigen Stop and Go, arbeitet mit rhythmischen Strömungen und Gegenströmungen – auf dem sich brechenden Groove fliesst eine Schaumkrone aus Pianoklängen. Eine aussergewöhnliche Kleinformation mit einer bemerkenswerten Aufnahme – und fast ein Ersatz für ein wirkliches Live-Erlebnis.

radiomagazin 23.-29.12.06 / 5 Sterne
Kunst des Mittelwegs
Die Zwillinge Michael und Florian Arbenz, Klavier und Schlagzeug, bilden ein kompaktes dynamisches Team, das auch schon mit Greg Osby und mit Streichquartett zusammen erschien. Mit dem Bass-Newcomer Thomas Lähns begeht ihr neues Basler Trio Vein einen Mittelweg zwischen vertrackten Power-Grooves, Formdenken der Neuen Musik und frei fliessender Improvisation. Sie holen Inspirationen von diversen Orten, aber bleiben immer sich selber. Eine Entdeckung!
Jürg Solothurnmann-DRS 2

FonoForum 01/07 – 4 Sterne
Ungeschützt
Aus Basel stammt dieses Klaviertrio, das gemeinsam mit einem Streichquartett unter dem Namen „AMP Stringency“ bereits einige CDs veröffentlicht hat. Jetzt wagen sich die Zwillinge Michael und Florian Arbenz mit ihrem Bassisten Thomas Lähns „ungeschützt“ aufs belastete Parkett einer der traditionsreichsten Jazz-Besetzungen. Das Ergebnis kann sich hören lassen. Manch einem Jazz-Puristen mag es gelegentlich zu „klassisch“ zugehen, manchem mag der Swing fehlen. Doch variantenreich und vielfältig ist diese Musik allemal, und sie lässt einen niemals merken, das man es mit einem so reich bespielten Feld zu tun hat.
S.R.

Sternmomente im Zeichen der Zwillinge
Vein taufen ihren Erstling im Parterre
Verstärkt durch den jungen Bassisten Thomas Lähns, erforschen die Zwillingsbrüder Florian und Michael Arbenz neue Wege des Klaviertrios.
Angst vor grossen Namen war nie Sache der Gebrüder Michael und Florian Arbenz. Bei der Auswahl ihrer Mitspieler klopften sie bei den besten an, und die waren immer mit Begeisterung dabei. Denn da ist kein Fastfood angesagt, auch Ausnahmekönner wie Greg Osby, Marc Johnson oder Glenn Ferris bekommen was zum Beissen. Es zeigt sich immer wieder, dass Zwillinge, wenn sie gemeinsam agieren können, eine Kraft entwickeln, die sich nicht nur zu addieren sondern zu multiplizieren scheint. Güher und Süher Pekinel, die türkischen Pianistinnen fallen einem da ein, und für Michael und Florian Arbenz gilt Gleiches. Ihre musikalische Karriere verlief bis jetzt weitgehend parallel. Michael spielt Klavier und Florian Schlagzeug, beide interessieren sich gleichermassen für Jazz und klassische Musik, beide sind hochtalentiert und ehrgeizig, und beide verfügen mit etwas über dreissig Jahren schon über einen beeindruckenden Leistungsausweis. Als Jazzmusiker kooperieren sie, ausser mit den genannten, mit Wolfgang Puschnig und Matthieu Michel, als klassische Musiker mit Leuten wie Jürg Wyttenbach, Paul Sacher, Heinz Holliger und Pierre Boulez.
Abenteuer und Leichtigkeit.
All diese Namen stehen für musikalische Abenteuer, für unerschrockenes Springen in tückische Gewässer, und genau dies tun die Arbenz-Zwillinge auch mit ihrem aktuellsten Projekt. Vein heisst ihr Trio und für einmal ist kein Gaststar dabei. Zum Klavier Michaels und dem Schlagzeug Florians kommt der Kontrabass des jungen Thomas Lähns. Auch er fühlt sich ebenso wohl in improvisierter Musik wie in geschriebener.
Vein, der Name des Trios kann vieles heissen: Ader, Flöz, Blattrippe, usw., vielleicht meint Vein am ehesten etwas Kohärentes, das sich durch verschiedene Umgebungen zieht. In unserem Fall ein Klaviertrio, das ausgehend vom traditionellen Klangbild, neue Wege sucht. Vein spielt eine Musik, die in hohem Masse rhythmisch bestimmt ist, der Umgang mit vertrackten Metren in der klassischen Musik hat deutliche Spuren hinterlassen. Auf der anderen Seite soll die Musik geradlinig groovend daherkommen, bei aller Komplexität ist entspannte Selbstverständlichkeit gefragt. Zwei Musiker wie die Zwillingsbrüder Arbenz, die seit der Geburt miteinander spielen, schaffen solches mit Leichtigkeit.
Beat Blaser / Basler Zeitung 25.1.2007