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Der Trompeter Werner Hasler aus Bern leitet mit Manufaktur eine potentielle Lieblingsband und hat darüber hinaus ein Faible für Ausflüge ins Offene. Mit dem Japanischen Elektroniker Sunao Inami hat er Files getauscht. Daraus ist eine kuriose und doch sehr suggestive Platte entstanden, obwohl sie sich im richtigen Leben nur zehn Minuten lang begegnet sind. Mit der arabischen Sängerin Kamilya Jubran betreibt er ein experimentelles uns sehr erfolgreiches Duo, wobei er ausschließlich als Elektroniker agiert. Wichig ist ihm beim Springen aus den Schubaden das spielerische Demontieren jeglicher Klischees. Also ist der mit ganz ähnlichen Intentionen arbeitende Sampler-Artist Pierre Audédat aus Lausanne ein guter Partner. Auch er ist geübt in vorurteilslosem, unverhofften Instant Composing. Diesen futuristischen Bastard voller bizarrer, mal sperriger, mal durchaus songnaher Klangfindung grundiert und akzentuiert der Berner Schlagzeuger Gilbert Paeffgen, der vom Krautrock bis zur Begleitung der Operndiva Barbara Hendricks erfahren ist, sich mit keltischen und afrikanischen Rhythmen auskennt und auch das traditionelle schweizerische Hackbrett für sich entdeckt hat. Mal scheinen Don Cherry’s Duos mit Ed Blackwell auf, mal Gamelan-Musik von übermorgen. Beliebig sind die Trio-Resultate deswegen nicht, vielmehr sind sie ein munterer Abenteuerspielplatz, voll mit ebenso irritierenden wie präzisen Teilen, die sich zu einer seltsamen suggestiven Klanglandschaft addieren, weil keins der konzisen Stücke ins Geschwätzige wegdriftet.
Ullrich Steinmetzger / Jazzpodium 10/07
Entschweben ins Nichts
FÜRTH - Der aus Liechtenstein stammende Jazztrompeter Werner Hasler hat gemeinsam mit seinen Schweizer Kollegen Gilbert Paeffgen am Schlagzeug und Pierre Audétat, verantwortlich für Samples, beim deutschen Avantgardejazzlabel Meta Records ein neues, unbedingt empfehlenswertes Album veröffentlicht.
Aufgenommen wurde die CD an einem einzigen Tag, am 9. November 2006, im Studio 15 von Radio Suisse Romande in Lausanne. Der Titel «The Story of Major Tom» spielt auf David Bowies ersten ganz grossen Hit «Space Oddity» an. Die Geschichte geht so: Der Astronaut Major Tom umkreist in einer Kapsel die Erde und ist so fasziniert von der unendlichen Tiefe des Alls, dass er aussteigt und im Nichts verschwindet. Der Bodenstation trägt er noch schöne Grüsse an seine Frau auf. Auch die zwölf Stücke des Albums des seit 2005 bestehenden Projekts Hasler Paeffgen Audétat hören sich so an, als seien sie für die Tiefen des Alls bestimmt. Haslers Trompete zieht sich piano wie ein feiner Goldfaden durch Audétats elektronisch flimmernde Klangwelten. Sie ist, teils eingesampelt oder elektronisch verfremdet, stets melodisch bestimmend, aber drängt sich doch nie in den Vordergrund. Paeffgens Schlagzeug setzt dazu präzise Tupfer in unterschiedlichen Klangfarben. Akustische und elektronische Elemente gehen eine federleicht ins Ohr schwebend Synthese ein. Am 7. Dezember kommen Hasler Paeffgen Audétat übrigens in die Tangente in Eschen: Der Liechtensteiner Bildhauer und Jazzliebhaber Marco Eberle über die Formation: «Sie haben ja kein fixes Arrangement für die Aufnahme, bloss angedeutete Themen, die sie jedesmal wieder frei interpretieren. So wird jeder Gig ein einmaliges Erlebnis.“
Volksblatt Die Tageszeitung für Lichtenstein, 31.7.07. www.volksblatt.li
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