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Will man sie noch hören, die Verbindung von Jazz und folkloristischen Elementen aus diversen Ländern, in diesem Fall Bulgarien? Eigentlich nicht, langsam und sicher beginnt sich auch der Folklore-Balkan-Jazz tot zu laufen und vielleicht gehört die CD von Saxophonist Vladimir Karparov schon zu den letzten wirklich guten ambitionierten Platten in diese Richtung. Noch funktioniert die Kombination der Elemente auf spannende Art und Weise, Karparov trägt mit seinem Ton ordentlich dazu bei. Doch egal, auch wenn so prominente Musiker wie Nedyalko Nedyalkov, Stoyan Yankoulov und Martin Lubenov mitwirken, es wird bald alles in dieser Richtung gesagt und gespielt sein. Immerhin ist eine der schönsten Platten dieser Prägung schon 1998 auf den Markt gekommen (Fairy Tale Trio/Jazz across the border). Karparov schafft es aber für dieses Mal noch mit seinen Phrasierungen, das Feuer der Bulgaria-Folklore-Verbindung aufrechtzuerhalten. Bulgar-Bebop / Vladimir Karparovs Debüt Wenn es im Jazz darum geht, die eigenen Wurzeln musikalisch auszudrücken und zusammen mit dem Bestehenden zu einem eigenen Stil weiterzuentwickeln, dann ist dies Jazz par excellence. Vladimir Karparov verwebt in zehn exzellenten Eigenkompositionen bulgarische Volksmusik mit modalem Jazz zu einem schillerndem Gespinst, in dem sich Schwindel erregend schnelle Themen und komplexe Rythmen mit Blues- und Gypsy-Anklängen verbinden. Bei einigen Stücken reichern traditionelle bulgarische Instrumente das klassische Rythmusgruppe-und-Bläser-Setup mit zusätzlichen Farben an, steuern aber nicht nur klangliche Nuancen, sondern auch hervorragende Soli bei. Karparov selbst schöpft sowohl in seinen Kompositionen als auch in seinem präzisen, aber ungeheuer wendigen Spiel Inspiration aus Michael Breckers Melodiosität und Joshua Redmans Expressivität. Das Ergebnis ist anspruchsvolle und technisch brillant umgesetzte, in jedem Moment hochspannende und vor Spielfreude brodelnde Musik eine beeindruckende Visitenkarte von einem der interessantesten jungen Ensembles überhaupt. |